Offene Jugendarbeit fortsetzen

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Für Henstedt-Ulzburg ist der Vorschlag: 
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Ich schlage vor, dass das neu entwickelte Konzept der Offenen Jugendarbeit durch die Angestellten der Gemeinde eine faire politische Chance erhält. Die gegenwärtige Struktur wird beibehalten und durch einen neutralen externen Berater begleitet.

*Hierzu ist es nötig, durch klare Zielvorgaben Instrumente zu etablieren, die den Erfolg der Umsetzung des neuen Konzept nachvollziehbar meßbar machen.*

Dieser Vorschlag ist kein explizites Bekenntnis zu einer gemeindeeigenen offenen Jugendarbeit und auch keine Ablehnung von alternativen Möglichkeiten. Er ist der Tatsache geschuldet, dass meines Erachtens zu wenige Informationen zu den Fehlern der gegenwärtigen Struktur vorliegen. Er ist auch der Tatsache geschuldet, dass die Verwaltungsprotokolle zu diesem Thema keine ausreichende Begründung für die kürzlich getroffene Entscheidung beinhalten.

Diese Entscheidung der Gemeindepolitiker trifft deshalb bei mir auf wenig Verständnis und Gespräche mit anderen Bürgern lassen erahnen, dass ich damit nicht alleine bin.

Stellungnahme der Verwaltung: 

Im Rahmen des öffentlichen Dialogs zum Bürgerhaushalt 2014 wurde unter der laufenden Nr. 511 vorgeschlagen, die offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) mit Betrieb der beiden Jugendfreizeiteinrichtungen Jugendforum Tonne und Jugendforum Rhen in Trägerschaft der Gemeinde Henstedt-Ulzburg fortzusetzen.

Zur Zeit betreibt die Gemeinde Henstedt-Ulzburg die OKJA mit den beiden oben genannten Freizeiteinrich­tungen in eigener Trägerschaft. In den Jahren 2012 und 2013 wurde mehrfach über den Prüfauftrag zur Übernahme der offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) durch einen freien Träger (gemeinsamer Antrag der BFB-, FDP-, SPD- und WHU-Fraktion) beraten. Im Frühjahr 2013 wurde ein neues Konzept erstellt, welches im Kinder- und Jugendausschuss am 03.09.2013 vorgestellt wurde.

Im oben genannten Vorschlag zum Bürgerhaushalt wird angeregt, die gegenwärtige Struktur beizube­halten, nach dem neuen Konzept zu arbeiten und die Arbeit durch einen neutralen, externen Berater zu begleiten. Hierzu wird es als erforderlich angesehen, durch klare Zielvorgaben den Erfolg der Umsetzung des neuen Konzeptes nachvollziehbar messbar zu machen.

In der Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses am 04.11.2013 entwickelte sich eine längere Aussprache über die aktuelle Situation in den Jugendforen, das vorgelegte Konzept und dessen bisherige Umsetzung. Verschiedene Ausschussmitglieder sahen keine Chance, das neue Konzept um- und die Arbeit in gemeindlicher Trägerschaft fortzusetzen. Letztend­lich sprach sich der Kinder- und Jugendausschuss (VO/2012/0139-1-3 und -4) grundsätzlich dafür aus, die OKJA an einen freien Träger der öffentlichen Jugendhilfe zu übertragen. Das weitere Verfahren sollte noch festgelegt werden.

Am 17.12.2013 (VO/2012/0139-1-5 und 0139-1-5-1) hat die Gemeindevertretung beschlos­sen, die OKJA auf einen freien Träger zu übertragen. Für die Übernahme der OKJA in Henstedt-Ulzburg ist ein Träger ohne Vorgaben zu suchen. Dabei soll folgender Zeitplan angestrebt werden:

  • Informationsschreiben an freie Träger sowie Information über Trägersuche über Home­page und Presse im Januar 2014
  • Frist zum Einreichen von Vorschlägen bis 15.03.2014
  • Vorlage aller Vorschläge zur Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses am 07.04.2014
  • Auswahl von Anbietern, die ihren Vorschlag in einer Sondersitzung des Kinder- und Ju­gendausschusses im Mai vorstellen
  • Entscheidung über zukünftigen Träger in der Sitzung des Kinder- und Jugendausschus­ses am 02.06.2014
  • abschließende Entscheidung der Gemeindevertretung am 17.06.2014
  • angestrebte Änderung der Trägerschaft zum 01.09.2014 (vorbehaltlich ggf. erforderlicher Beschlüsse über vertragliche Regelungen)

Das Verfahren zur Trägersuche ist angelaufen. In diesem Zusammenhang wird auch auf VO/2014/0043 zu Vorschlag Nr. 288, Rang 26, hingewiesen.

Beschluss

[7 Stimmen dafür (BFB-, SPD-, FDP- und WHU-Fraktion), 4 Enthaltungen (CDU-Fraktion)]:
Aufgrund des Beschlusses der Gemeindevertretung vom 17.12.2013 zur Übertragung der of­fenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) auf einen freien Träger ist der Vorschlag Nr. 511 (Rang 77) zum Bürgerhaushalt 2014 nicht weiterzuverfolgen.

Status: 
abgelehnt

Kommentare

Wer arbeitet denn in so einem Jugendforum? Ich würde doch erwarten, daß dort pädagogisch ausgebildete Mitarbeiter tätig sind, zumindest die Leitung?!?
Gehört es nicht zur Problemlösungskompetenz einer solchen Fachkraft, Jugendhilfe-Bedarfe zu identifizieren und selbst Konzepte zu entwickeln, wie man diese decken und auch der Zielgruppe kommunizieren kann? Externe Berater kommen nur wieder mit PowerPoint-Folien, fakturieren stattliche Honorare (was unschön ist für eine Gemeinde, die noch Schulden zu tilgen hat) und am Ende brauchen wir den nächsten Berater, weil das Konzept des vorigen nicht aufging...
Es gab ja schon mal diese etwas naiv angelegte Umfrage, deren grober Tenor die Gruppen "kein Bedarf" und "müsste cooler sein" durchscheinen lässt. Kein Bedarf = keine Probleme, die Unterstützung der Jugendhilfe erfordern finde ich gut. Ist doch schön, wenn auch mal was in der Breite gut funktioniert. Uncoole Jugendhilfeangebote? Warum uncool, was wäre denn "cool"? Da müsste man doch jetzt mal nachsetzen. Ein akademisch ausgebildeter Sozial- oder Erziehungswissenschaftler (etwa Soz.-Päd./Soziologe/Psychloge, etc.) sollte so etwas empirisch durchleuchten können. Die Zeit dafür scheint angesichts der schwachen Auslastung eh da zu sein. Die Arbeitsmittel (PC, freie Software) auch. Worauf wartet man denn? Ich würde doch vorschlagen, den betroffenen Mitarbeitern einen so ausgerichteten "Forschungsauftrag" zu geben (unter Nutzung der schon bereitgestellten Ressourcen und zeitlich so gestreckt, daß die laufende Arbeit nicht leidet). Und wenn das ohne Engagement ausgeführt werden sollte, durchaus auch mal über notwendige Kompetenz-Potentiale in der Jugendhilfe nachdenken und diese ggf. anpassen. Aber man sollte ja zunächst annehmen, daß die Mitarbeiter selbst am meisten interessiert sind, die Situation zu verbessern und dem Finanzaufwand auch ein vernünftiges Resultat gegenstellen zu können.

Wurde eigentlich an irgendeiner Stelle über die Kostenentwicklung nachgedacht, die bei eine Übergabe an einen freien Träger käme? Es wird oft auf das "Vorbild" Kaltenkirchen verwiesen, das möchte ich dann auch hier tun. Dort wurde das vollzogen, was hier versucht wird. Die Kosten entwickelten sich dabei so, dass die Gehälter der staatlich Beschäftigten weiter gezahlt werden müssen, plus die vereinbarte Höhe der vorherigen Ausgaben für die offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA). Dabei sind die Gehaltskosten der Löwenanteil der vorherigen Ausgaben der OKJA. Das bedeutet, am Ende verdoppeln sich fast die Ausgaben von aktuell beinahe 400.000 € je Jahr wobei die eine Hälfte beim freien Träger einfließen würde. Wenn das durch den Finanzausschuss kommt, muss man ernsthaft überlegen, womit das dann zusammen hängt. Jedenfalls hat es dann nichts mit der Sache zu tun...

@Aktion Tonne un...
Haben Sie mal überlegt, woran das liegen könnte?
Darauf möchte ich aber keine Antwort. Das mögen Sie sich in Ihrem stillen Kämmerlein für sich erörtern.

Die Jungendarbeit kann nicht mehr die seub, die sie noch vor 20 Jahren war. Mittlerweile müssen Konzepte schon jährlich angepasst werden, da sich die Bedürfnisse der Zielgruppe analog zur gesellschaftlichen Entwicklung entsprechende verändern. Das Werbefernsehen wird dazu nähere Auskünfte geben können.

Flexibilität lautet das Stichwort, und nicht anders.

Natürlich bin ich für eine offene Jugendarbeit, jedoch halte ich eine andere Trägerschaft für sehr erstrebenswert.