Nachhaltiges Bauen und Sanieren mehr beachten: Schmutzwasserkanal in Theodor-Storm-Straße mitsanieren

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Für Henstedt-Ulzburg ist der Vorschlag: 
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Im Rahmen der Agenda 2000 strebt die Gemeinde unter anderem an, nachhaltig zu bauen und zu sanieren. Am Beispiel der geplanten Kanalisations­maßnahmen Theodor-Storm-Straße bestehen berechtigte Zweifel, ob diese Selbst­bindung und darüber hinaus die Wirtschaftlichkeit eingehalten werden. Unstrittig ist, dass der baufällige Regen­wasser­kanal vollständig zu erneuern ist. Der parallel und tiefer liegende Schmutzwasserkanal (etwa 55 Jahre alt) wird auf Grund der erheblichen Schäden vom untersuchenden Ingenieurbüro und der Verwaltung ebenfalls zur vollständigen Erneuerung vorgeschlagen, da wesentliche technische und wirtschaftliche Gründe dafür sprechen (für mich gut erläutert und plausibel). Die Einzelheiten können hier nicht erörtert werden, können aber im Bürgerinformationssystem unter Vorlage 2013/0094-1-1 nachvollzogen werden. Die Vollerneuerung wird mit rund € 1,5 Millionen veranschlagt, die Teilsanierung rund 18% weniger mit den unvorhersehbaren Risiken und Kostenerhöhungen.

Der Bauausschuss hat nun beschlossen, eine "größtmögliche Sanierung", also keine Erneuerung durchzuführen (wie ist "größtmöglich" hinsichtlich eines verbindlichen Handlungsrahmens für die Verwaltung zu definieren?). Das ist für mich nicht nachvollziehbar, denn der Kanal ist etwa 55 Jahre alt mit entsprechender Materialermüdung und den technisch unzureichenden Rohrmuffen­dichtungen. Wie soll der rechtlich erforderliche Dichtheits­nachweis bei einer Teilsanierung erbracht werden, bzw. die ausführende Baufirma im Rahmen der Gewährleistung zur Verantwortung gezogen werden, da bei einer Teilsanierung die örtliche Schadenszuordnung problematisch ist? Die Theodor-Storm-Straße liegt im Wasserschutz­gebiet der Rhener Trinkwasser­brunnen, daher ist die Dichtheit des Schmutz­wasser­kanals besonders wichtig.

Nach Fertigstellung der Kanalisations­arbeiten wird die Straßen­befestigung neu hergestellt, oberhalb eines 55 Jahre alten und teilsanierten Abwasser­kanals. Bei Bruches eines nicht-sanierten Rohres muss dann die neue Fahrbahn aufgegraben werden... Es sollte daher alternativ auch die vollständige Erneuerung des Schmutzwasserkanals ausgeschrieben werden. Als Ergebnis besteht die Möglichkeit, dass der Kostenunterschied zur Teilsanierung wesentlich geringer ist und damit die Erneuerung als nachhaltige und wirtschaftliche Lösung zum Tragen kommen kann.

In diesem Zusammenhang ist ein Nachdenken über die Möglichkeiten eines Gemeinde­prüfungsamtes angebracht. Als Entscheidungs­grundlage sollte künftig dem Fachaus­schuss in ähnlichen komplex gelagerten Fällen eine numerische Analyse (Entscheidungs­tabelle) mit den wesentlichen, gewichteten Fakten vorgelegt werden. Nachhaltige Entscheidungen können damit eher ermöglicht werden.

Status: 
offen

Kommentare

Das liefe auch hier auf eine Investitionsrechnung hinaus: Wie lange hält die größtmöglich sanierte Leitung und wie lange eine ganz neue? Wieviel Kosten für Sanierung/Neubau inkl. Straßeneingriffe für die Erhaltung entstehen über die jeweiligen Zeiträume? Wieviel EUR pro Jahr Nutzungsdauer fallen an Gesamtkosten also an? Das muß doch das entscheidende bei den Kosten sein.
Gibt es nicht auch diese Logik, Straßen lieber mal ordentlich verfallen zu lassen, weil man dann die Totalmaßnahme später den Anliegern aufhalsen kann, statt aus Gemeindemitteln fortlaufend instandzuhalten? Eine Überwälzung auf Anlieger sollte nur zulässig sein, wenn eine ordnungsgemäße Instandhaltung zu jeder Zeit stattgefunden hat!

Sehr geehrter st2000,
ihre Logik der beiden letzten Sätze erschließt sich mir nicht.
Die Gemeinde LÄSST DOCH die Straßen ohne fachlich ordnungsgemäße Unterhaltung verfallen und halst die Erneuerung dann den Anliegern auf. Würden Sie so mit Ihrem Eigentum (Haus u.a.) verfahren? Bei Ausbau (Erneuerung) von Anliegerstraßen zahlt die Gemeinde (das sind wir alle) 25% der Vollkosten. Was habe ich oder Sie mit einer Anliegerstraße in einem anderen Ortsteil zu tun und zu zahlen? 25% der Neubaukosten sind mehr als für eine laufende Unterhaltung.
Kein wirtschaftlich denkender Betrieb würde so mit seinem Anlagevermögen verfahren. Wenn eine ordnungsgemäße Unterhaltung stattgefunden hat, ist keine Erneuerung erforderlich. Dann ist in Anliegerstraßen nach ca.40 Jahren eine neue Verschleißdecke (nicht beitragspflichtig) erforderlich und kein Neubau. Es sei denn, man hat an die Anliegerstraße ein Neubaugebiet angehängt, ohne die Fahrbahnbefestigung als äußere Erschließungsmaßnahme des Neubaugebietes zu verstärken und dem Neubaugebiet finanziell anzulasten (Praxis HU, z.B äußere Erschließung GMS Rhen mit Sporthalle).

Entweder wurde ein Kommentar von st2000 gelöscht oder mein Kommentar wurde verschoben. So ergibt das keinen Sinn, denn beide Kommentare haben inhaltlich nichts miteinander zu tun.

Die Kostenbetrachtung ist nicht der entscheidende Aspekt, sondern die technische, ökologische und Gewährleistungsfrage sind von größerer Bedeutung. Bei einer Teilsanierung ist die Leitungsdichtheit in diesem Wasserschutzgebiet nicht gegeben und die ausführende Firma kann auf Grund des Abgrenzungsproblems kaum Gewährleistung übernehmen. Ist alles im obigen Text bereits ausgeführt, aber wohl nicht gelesen worden.