Gemeinde ohne Ampeln und Verkehrsschilder schaffen

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Für Henstedt-Ulzburg ist der Vorschlag: 
2.71642
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Hier könnte sich die Gemeinde einen guten Ruf schaffen und sehr viel Geld sparen! Diese Projekte werden sogar von der EU gefördert.

Hier gibt es genug, sehr gut funktionierende Beispiele. Wissenschaftlich belegt ist, das ein Verkehr ohne Regeln, basierend auf Rücksichtnahme, besser funktioniert. So wurde eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 28 km/h erreicht. Ich komme durch die vielen Ampeln in Henstedt-Ulzburg lediglich auf 21 km/h (selbst mehrfach getestet).

In einer holländischen Stadt konnte sogar der Plan einer Umgehungsstraße fallen gelassen werden.
http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article447999/Ampel-aus-Augen-a...
http://www.berliner-zeitung.de/archiv/fuerstenberg-will-alle-verkehrszei...

Status: 
offen

Kommentare

Ein schöner, fast romantisch anmutender Vorschlag.
Aber die Fahrzeugdichte Groningens unterscheidet sich schon allein aufgrund der Einwohner- und Verkehrswegestruktur erheblich von der Henstedt-Ulzburgs.
Außerdem erfordert das Groninger Vorbild die Bereitschaft zu Geduld, Rücksichtnahme und vorausschauendem Denken. Ich weiß nicht, ob sich diese Eigenschaften auf einen Schlag in allen Köpfen durchsetzen würden.

Allerdings wäre gegen einen klein angelegten Feldversuch nichts einzuwenden. So wie sich dieser dann bewährt, könnte man daraus lernen und ggf. das Versuchsfeld schlucksessive erweitern.

Es gibt mehrere Städte die Shared Space eingeführt haben, die größer sind als H-U.
Die Frage ist nicht, ob andere Geduld und Rücksichtnahme im Straßenverkehr aufbringen, sondern ob man es selbst kann.
Wenn ich es kann, darf ich es den Anderen nicht absprechen.
Natürlich wird es immer welche geben, die sich an nichts halten und nur an sich selbst denken, doch die werden schnell merken, das sie allein sind.

In San Francisco haben wir folgendes erlebt. An einer Kreuzung war an jeder Zufahrt ein Schild "Vorfahrt achten" angebracht. Und die Regel hierzu besagte, dass der Erste - der die Kreuzung erreichte - auch als erstes fahren durfte, dann der Zweite usw.. Man staune, dass Ganze klappte. In Deutschland hingegen würden sich alle vier Autofahrer in der Mitte treffen. (Anzumerken sei noch, dass die Amerikaner auch ein anderes Prämiensystem bei ihren Versicherungen haben, denn da wirken sich Verkehrsvergehen auf die höhe der Prämie aus).
Wir haben hier im Forum so viele Beiträge, die über die Nichteinhaltung von Verkehrsregeln berichten. Schauen Sie sich doch einmal z. B. die Kranichstraße in Ulzburg-Süd an, wenn die Eltern ihre Kinder zur Kita bringen. Mindestens jedes dritte Fahrzeug fährt zu schnell. - Sobald die Eltern das Fahrzeug mit ihren Kindern verlassen haben, beschweren sie sich über die "Raser", werden aber selbst zu diesen, wenn sie mit ihren Kindern wieder in ihrem Fahrzeug sitzen. Rücksichtnahme Fehlanzeige.

Der positive Nebeneffekt eines Verkehrs ohne Regeln ist der rücksichtsvollere Umgang miteinander, der zur Gewohnheit in allen Lebenslagen werden kann!
Anstatt nur auf sein Recht zu pochen!

Dieser Vorschlag bedeutet, dass es dann keine 30-Zonen, Spielstraßen, Vorfahrtsstraßen, Einbahnstraßen, Gefahrhinweise, Park- und Halteverbote, Anlieger frei, Durchfahrverbote usw. geben würde, sowie keine sicheren Fahrbahnüberquerungen - insbesondere für ältere Bürger und Kinder - mangels Ampeln oder Zebrastreifen.
Nach der Straßenverkehrsordnung würden dann wohl noch bleiben: 50 KMH in geschlossenen Ortschaften, sowie die Vorfahrtsregelung rechts vor links. Letzteres stelle man sich mal auf der Hamburgerstraße vor, verbunden mit der Möglichkeit sein Fahrzeug abzustellen, wo man will.
Der Vorschlag ist sicherlich nicht schlecht, nur ist er auch realistisch?

Der Vorschlag ist schon in sofern realistisch, weil er schon vielerorts mehr als gut funktioniert.
Es gibt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h.
Jetzt werden viele denken, dass das zu wenig ist. Doch fahrt einmal durch H-U und messt eure derzeitige Durchschnittsgeschwindigkeit. Ich habe es einmal im günstigsten Fall auf 28km/h gebracht... meistens zwischen 19 und 21 km/h. Oder lest euch einfach die Erfahrungen der Städte durch, die Shared Space eingeführt haben. Es gibt keine Stadt, die Shared Space wieder abschaffen will.

Sehr geehrter Herr Witte, dass die Gemeinde durch Ihren Vorschlag viel Geld sparen kann, darf bezweifelt werden. Die Gemeinde Bohmte war die Erste in Deutschland, die auf Verkehrsschilder und Ampeln verzichtete. Dazu wurde ein rund 450 Meter langer Abschnitt der Durchgangsstraße für mehr als 2 Millionen Euro umgebaut. Nach Zuschuss durch die EU verblieben der Gemeinde noch über 1,5 Millionen Euro an Kosten für das Projekt "Shared Space"! Anzumerken sei noch, dass der ADAC in "Shared Space" kein Allheilmittel sieht.

Sehr geehrte(r) Frau/Herr PRO HU,
bezweifeln darf man alles...doch langfristig wird schon allein durch den Wegfall der Ampeln, sehr viel Strom gespart.
Nicht zu vergessen, der Benzinverbrauch durch die Rotphasen und das ständige anfahren.
Doch was mir am Herzen liegt ist der sehr gute Effekt des Miteinander, der sich nachhaltig in allen Lebenslagen etablieren kann/wird.
Weg von der Ellenbogengesellschaft, hin zum respektvollen Miteinander.
Leider tun sich Menschen wie sie sehr schwer mit einem neuen Denken und sehen immer nur das Negative oder den persönlichen Verlust.

Sehr geehrter Herr Witte, wie kommen Sie dazu mir zu unterstellen, dass ich mich schwer tue mit neuen Denken, immer nur das Negative und den persönlichen Verlust sehe. Nur weil ich Bedenken an der Machbarkeit der Umsetzung Ihres Vorschlages vorgebracht habe? Ist dies die Art des sehr guten Effektes des Miteinanders, der Ihnen am Herzen liegt?
Ich favorisiere eine Umgehungsstraße - die bereits Bestandteil eines früheren Verkehrsgutachtens war - damit eine Entlastung der Hamburgerstraße erzielt wird. Damit kann nicht nur ein besserer Verkehrsfluss erreicht werden, sondern auch die Reduzierung der Durchfahrt der vielen Laster. Auch wäre wahrscheinlich dadurch eine Lärmreduzierung zu erzielen. Die Umsetzung kostet der Gemeinde - auch unter Berücksichtigung von Fördergeldern - viel Geld. Aber dennoch - wie ich auch aus Gesprächen von Mitbürgern erfahren habe - eine lohnende Investition.
Ich bestreite nicht, dass Ihr Vorschlag positive Aspekte hat. Nur gehört zu einer ausgewogenen Betrachtung auch die nicht so positiven Aspekte zu berücksichtigen. Interessant wäre auch zu erfahren, wie Sie zu dem Schluss gekommen sind, dass die Gemeinde durch Ihren Vorschlag viel Geld sparen kann. Geben Sie doch bitte Ihre Berechnung in Euro auf. Wie hoch sind die Investitionskosten? Mit wie viel Fördergeldern ist zu rechnen? Was bringt die Einsparung der Ampeln und Verkehrsschilder?

Hinweis der Moderation an Nutzer/in Harald Witte:
Bitte vermeiden Sie, anderen Nutzenden Verhaltensweisen oder Meinungen zu unterstellen. Dies kann zu Missverständnissen oder zu Streit führen. Formulierungen nach dem Muster "wie Sie" sollten nicht genutzt werden. Hier soll der Austausch von Argumenten zur Sache im Mittelpunkt stehen, aber nicht Aussagen über andere Personen.
Ich hoffe, dass die Diskussion auf der Sach-Ebene fortgeführt wird.
Volker Vorwerk (Moderation)

Sorry, habe mich etwas im Ton vergriffen!

Ich kann natürlich nicht die genauen Investitionskosten errechnen, doch glaube ich nicht, das eine Umgehungsstraße günstiger ist und der Lärm nur auf andere Gebiete ausgeweitet wird. Für die Einführung "Shared Space" gibt es außerdem EU Fördergelder, bis zu 50% des Investitionsvolumens.
Für den positiven Verkehrsfluß gibt es viele Beispielstädte, siehe die von mir eingefügten Links.
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Shared-Space-Projekte
http://www.bohmte.de/staticsite/staticsite.php?menuid=123