Energieeinsparung bei gemeindlichen Gebäuden vornehmen - Sporthalle der Grundschule Rhen

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Für Henstedt-Ulzburg ist der Vorschlag: 
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Im Haushaltsplan 2013 sind keine und im Investitionsplan nur für das Gymnasium und die Olzeborchschule Energiesparmaßnahmen an gemeindlichen Gebäuden enthalten. Die Sporthalle der Grundschule Rhen wird im Energiebericht (Beratung BauA) der Verwaltung als ungedämmtes (!) Gebäude bezeichnet. Es ist daher unverständlich, dass die energetische Sanierung des Gebäudes nicht zumindest im Investitionsplan enthalten ist.

Die Gemeindevertretung hat nicht zuletzt auf Grund der Initiative der HU Agenda 2000 (Herr Quade) eine Stelle für einen Energieberater geschaffen, der die energetischen Zustände an Gebäuden feststellen und Konzepte zur Sanierung erarbeiten soll, um die Energiekosten und die CO2-Emissionen zu senken. Wenn dieser Personalaufwand einen Sinn ergeben soll, sollten auch die erforderlichen Maßnahmen entwickelt werden.

Die Sporthalle der Grundschule Rhen z.B. müsste eine umfassende energetische Sanierung der Gebäudehülle - wie die Schulgebäude - (Dach, Fenster, Türen, Fassade) und eine Wärmerückgewinnung durch den Einbau eines Wärmetauschers in der Lüftungsanlage erhalten. Eine Umstellung der Wärmeerzeugung auf eine Deckenstrahlheizung sollte hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit geprüft werden. In diesem Zusammenhang sollte die Installation einer Fotovoltaikanlage auf dem Flachdach und integriert in der neuen Verglasung geprüft werden. 50% der Lüftungsfenster lassen sich weder öffnen noch schließen. Die manuelle Bedienung (Kurbel mit Drehgestänge) ist nur mindestens 1,8 Meter großen, kräftigen Menschen möglich. Die Fenster der Geräteräume (Raumluftverbund mit der Halle) haben nur Einscheibenverglasung. Durch die Anschläge der Außentüren kann man durchschauen und die Winterkaltluft strömt herein.

Die Schule mit Kita und Hort ist bereits energetisch saniert worden. Der Energieverbrauch (Wärme) wurde um rund 50% reduziert und liegt jetzt bei 130 kwh/m²a. Der Energieverbrauch der relativ neuen Gemeinschaftsschule Rhen liegt ebenfalls bei 130 kwh/m²a. Der Energieverbrauch der Sporthalle Grundschule Rhen liegt bei 250 kwh/m²a, also rund doppelt so hoch. Die Werte betreffen die gesamte beheizte Fläche der Halle einschließlich Sanitär-, Umkleidebereich und Geräteräume. Die Werte zwischen Schule und Halle sind vergleichbar, da die Schule zwar kürzere Vollheizzeiten aber höhere Raumlufttemperaturen als die Sporthalle erfordert, einschließlich der Berücksichtigung der unterschiedlichen Temperaturen in der Halle und den Sanitär-/Umkleideräumen.

Die Investition kann zum erheblichen Teil aus den eingesparten Energiekosten finanziert werden. Denkbar wäre auch die Durchführung im Rahmen einer PPP-Maßnahme analog Grundschule Ulzburg-Süd. Eine Wärmeenergieeinsparung von mindestens 60% ist möglich. Im Rahmen der Planung sollte eine Gesamtabwägung der Ökologie/Ökonomie unter Berücksichtigung des Energieaufwandes der Sanierung (input/output) vorgenommen werden.

Status: 
offen

Kommentare

Theorie und Praxis können in diesem Bereich möglicherweise stark voneinander abweichen, da der Kostenaufwand mitunter so gross ist, dass eine Amortisierung erst in 20 bis 25 möglich ist. Voraussetzung dafür ist, dass die derzeitigen Gegebenheiten sich in diesem langen Zeitraum nicht verändern und die verwendeten Materialien zur Energieeinsparung auch diesen Zeitraum unbeschadet überleben.
Es gibt niemanden der bereit ist, eine wasserdichte persönliche Garantie für eine entsprechende Amortisierung abzugeben.

An den Vorkommentator, die Sporthalle ist ca. 50 Jahre alt und bereits im Innenbereich im Wesentlichen saniert. Was noch fehlt, ist die Sanierung der Gebäudehülle. Fenster und Außentüren haben nur noch geringe Wärmedämmung, da die Anschläge (Flügel/Rahmen) "offen" sind, also permanent die erwärmte Innenluft nach außen strömt. Die Rahmen haben keine/unzureichende thermische Trennung. Die 2-Scheibenverglasung "erblindet" und hat daher kaum noch Dämmwirkung. Im Bereich der Stahlbetonkonstruktion besteht gar keine Dämmung. Also alles Aspekte, die für eine bauphysikalisch sinnvolle thermische Komplettsanierung sprechen. Grundsätzlich sind die Entscheidungen für solche Baumaßnahmen von einer Abwägung und Gewichtung aller ökonomischen und ökologischen Aspekte abhängig. PeBo

Eine Sanierung gliedert sich im bautechnischen Bereich in zwei Punkte, die es im konkreten Fall zu betrachten gilt: eine Wiederherstellung und eine Modernisierung.
Ich befürworte wenn überhaupt eine Wiederherstellung. Einer Modernisierung stehe ich aus bereits genannten Gründen sehr skeptisch gegenüber.
Darüberhinaus darf man sich über Sinn und und Unsinn einer Sporthallenmodernisierung gern Gedanken machen. Denn eine Sporthallte ist kein Wohnraum, sondern lediglich ein Bewegungsraum, der prinzipiell keiner hohen Raumtemperatur bedarf. Das Zugluft aus gesundheitlichen Gründen dort allerdings vermieden werden muss, ist selbstverständlich.

Rein finanziell gesehen: Entgegen der Hoffnungen der Kommunalpolitik gibt es bislang keine nachvollziehbare und glaubwürdige Wirtschaftlichkeitsberechnung energetischer Sanierungsmaßnahmen in HU. Dies gilt sowohl für die Grundschule Rhen als auch zB für das Alstergymnasium. Die bislang geschätzten Amortisationszeiten liegen über der erwarteten Lebensdauer der Sanierungsmaßnahmen.

Liebe Vorkommentatoren,
der entscheidende Punkt ist, eine sinnvolle Verknüpfung defekter, zu erneuernder Bauteile mit Energieeinsparungen zu schaffen. Bei Erneuerungen oder Austausch von Bauteilen fordert der Gestzgeber ohnehin den aktuellen Dämmstandard. Energetisch/bauphysikalisch betrachtet bildet ein Bauwerk eine Einheit, die eine rundum abgestimmte Wärmedämmung erfordert, damit es z.B. keine Kondensatprobleme gibt. Auf die Idee eine Sporthalle mit einem Wohnraum zu vergleichen, bin ich noch gar nicht gekommen. Natürlich erfordert eine Sporthalle (die Halle!) meines Erachtens nur 16-17°C Raumtemperatur, kein Nutzer ist aber mit dieser Temperatur in Umkleide- und Sanitärräumen (Duschen) zufrieden. Ebenfalls reichen 16-17°C für Gymnastik, Yoga etc. den Nutzern nicht aus.
Machen Sie doch Einsparvorschläge, die Raumtemperaturen abzusenken. Mal sehen, wie das Echo ist.